Orientierung an den Rehabilitationsrichtlinien der ICF

Meine Befundaufnahme, die therapeutischen Interventionen und die Evaluation orientieren sich an den Rehabilitationsrichtlinien der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health).

Begriffserklärung ICF :

In den medizinischen Kontext eingebunden, orientieren sich die Gesundheitsberufe an den Entwicklungsschüben der Medizin und den damit verbundenen Wechseln von Krankheitsbildern und Indikationen. Die Umorientierung von einer rein naturwissenschaftlichen Sichtweise in der Medizin wurde 1986 durch die WHO (World Health Organization) eingeleitet, indem Gesundheit nunmehr als positiver Zustand definiert wurde. Das zugrunde liegende biopsychosoziale Modell von Gesundheit und Krankheit, verbunden mit einem positiven Gesundheitsbegriff bildete den Ausganspunkt für eine individuelle und ressourcenorientierte Sichtweise. Gesundheit wurde demnach nicht mehr nur als die Abwesenheit von Krankheit definiert, sondern sie nahm Bezug zur Handlungs- und Leistungsfähigkeit des Menschen, sowie zu dessen körperlichem und psychischem Wohlbefinden.

2001 wurde nach einem mehrjährigen Entwicklungsprozess von der 54. Vollversammlung der WHO die „International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)“ verabschiedet. Die ICF ist die Nachfolgerin der „International Classification of Impairments, Disabilities and Handicaps (ICIDH) von 1980. Das bio-psycho-soziale Modell der ICF, das in seinen Ansätzen dem ICIDH unterliegt, wurde erheblich erweitert und damit der Lebenswirklichkeit Betroffener angepasst und deren gesamten Lebenshintergrund mit berücksichtigt.

Der Paradigmenwechsel in der Medizin von der rein rational wissenschaftlichen Sichtweise, fokussiert auf  Erkrankung und Behinderung, hin zur Betrachtung des Erkrankten als handelndes Individuum in seiner Umwelt, erfordert eine Neuorientierung der Gesundheitsberufe im Allgemeinen.

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